Sonderbundsakte (1845)
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Schon seit 1830 hatte eine Spaltung zwischen liberalen und konservativen Kräften die Kantone innerlich und untereinander zunehmend in Konflikte getrieben.  Am 11. Dezember 1845 schlossen sich die sieben katholischen Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Wallis zunächst heimlich zum Sonderbund zusammen, den sie erst im Juni 1846 allgemein bekannt machten.  Obwohl als Verteidigungsallianz gedacht, wurde der Sonderbund als Verstoss gegen § 6 des Bundesvertrags angesehen, wonach keine Kantonsverbindung zum Nachteil der übrigen zulässig war.  In der Folge wurde in der Tagsatzung ein Abstimmungskampf um die Auflösung des Sonderbunds geführt, der am 4. November 1847 Erfolg hatte und bis zum 29. November zur Niederlage des Sonderbundes führte (Sonderbundskrieg).  Auf eine spätetere Interventionsnote der Grossmächte erwiderte die Schweiz, dass sich deren Neutralitätsgarantie nur auf territoriale Integrität, nicht aber auf die "Formen der Bundeseinrichtung" beziehe.
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Das Konkordat sichert jedem einzelnen Kanton zu, von den übrigen vor einem Umsturz von aussen geschützt zu werden.  Es enthält dazu eine ausdrückliche Anerkennung der kantonalen Verfassungsautonomie.  Infolge der Interventionsantwort (Replik von Jonas Furrer) hat der Sonderbund mittelbar dazu geführt, dass auch der Bund in seiner Verfassungsautonomie bestärkt wurde.
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Der Text ist abgedruckt ist bei: Alfred Kölz, Quellenbuch zur neuen schweizerischen Verfassungsgeschichte, Band 1, Bern 1992, S. 343 f.
Bern, 27.10.2003
A. Tschentscher