VerfassungsgeschichteVerfassungsvergleichVerfassungsrechtRechtsphilosophie
UebersichtWho-is-WhoBundesgerichtBundesverfassungsgerichtVolltextsuche...

Informationen zum Dokument  BGE 1 I 541 - Anerkennung Nordostbahn  Materielle Begründung
Abruf und Rang:
RTF-Version (SeitenLinien), Druckversion (Seiten)
Rang:  0 (344)

Suche:

Zitiert durch:

Zitiert selbst:

1. Daß die Rekursbeklagte schon aus der ihr am 14. d. M. zu ...
2. daß demnach die Rekursbeklagte nicht bloß pflichti ...
Bearbeitung, zuletzt am 15. Feb. 2018, durch: Christian Schneider; A. Tschentscher  
 
150. Beschluß
 
vom 22. Januar 1875 in Sachen Staub gegen Nordostbahn.  
 
BGE 1 I 541 (541)Sachverhalt:
 
Da in dieser Expropriationssache nur der Rekurrent Staub, nicht auch die Direktion der Nordostbahn die Annahme des UrBGE 1 I 541 (541)BGE 1 I 541 (542)theilsantrages des Instruktionsrichters erklärt hatte, so war dieselbe auf heute zur Schlußverhandlung vertagt gewesen. Mittelst Eingabe vom 19. d. M. erklärte jedoch der Vertreter der Nordostbahn, daß letztere die Anträge des Instruktionsrichters ebenfalls anerkenne. Als Veranlassung dieser verspäteten Erklärung bezeichnete derselbe mehrtägige Abwesenheit, sowie die erst am 18. d. erfolgte Zustellung des sachbezüglichen Beschlusses vom 12. d. (Siehe Nr. 151).
1
Mit Eingabe von gestern sucht Fürsprech Dr. Ryf dafür nach, daß der Rekursbeklagten eine angemessene Prozeßentschädigung an den Expropriaten auferlegt werde, indem er, Hr. Ryf, nach Empfang der bundesgerichtlichen Vorladung sich in Besorgung seiner übrigen Geschäfte so eingerichtet habe, am Donnerstag und Freitag in Lausanne sein zu können, und deßhalb genöthigt gewesen sei, am Dienstag extra nach Schaffhausen zu reisen und die Führung eines Prozesses in Zürich abzulehnen, weßhalb er seinem Klienten eine Rechnung machen müsse.
2
 
Erwägungen:
 
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
3
 
Erwägung 1
 
1. Daß die Rekursbeklagte schon aus der ihr am 14. d. M. zugegangenen Vorladung zur Schlußverhandlung ersehen konnte, daß ihrem Gesuche vom 7. d. um Anordnung einer Oberexpertise nicht entsprochen worden sei, daher die erst am 18. d. erfolgte Zustellung des Beschlusses vom 12. d. die Verspätung der Abstandserklärung nicht zu rechtfertigen vermag;
4
 
Erwägung 2
 
2. daß demnach die Rekursbeklagte nicht bloß pflichtig ist, dem Rekurrenten eine angemessene Prozeßentschädigung zu bezahlen, sondern derselben gemäß des noch in Kraft bestehenden Art. 11 des Bundesgesetzes betreffend die Gerichts- und Anwaltsgebühren vom 24. Herbstmonat 1856 ein Gerichtsgeld auferlegt werden muß, indem eine Abstandserklärung dann als verspätet zu betrachten ist, wenn sie erst einkommt, nachdem die Mitglieder des Gerichtes ihre Zeit dem Studium des betreffenden Geschäftes gewidmet haben und dadurch verhindert worden sind, andere Geschäfte zu behandeln und zu erledigen.
5
 
Dispositiv
 
Demnach hat das Bundesgericht
6
beschlossen:BGE 1 I 541 (542)
7
BGE 1 I 541 (543)1. Von der Erledigung dieses Rekursfalles wird Vormerk am Protokoll genommen.
8
2. Der Rekursbeklagten ist ein Gerichtsgeld von Fr. 25, sowie eine Entschädigung von Fr. 60 an den Rekurrenten auferlegt; überdies hat dieselbe die Abschlagskosten zu bezahlen.BGE 1 I 541 (543)
9
© 1994-2018 Das Fallrecht (DFR).