Stiftung des Neuen Bundes (1813)
-
Mit den Niederlagen Napoleons im russischen Winterfeldzug 1812 und in der Schlacht bei Leipzig am 18. Oktober 1813 versiegte die Wirkung der französischen Revolution und in ganz Europa erwachten restaurative Kräfte gegen die erzwungene Egalisierung unter napoleonischer Herrschaft.  In schneller Folge sagten sich die Kantone von den Bindungen der Mediationsakte los (zuerst Bern am 22. Dezember 1813).  Schliesslich vollzog die Mehrheit der "alteidgenössischen Stände" den Schritt und rief dabei einen Neuen Bund aus.  Die Gesandten fassten diesen Beschluss am 29. Dezember 1813 in Zürich.
-
Die Lossage erfolgte in einer Selbstaufgabe der durch Meditation eingesetzten Regierungsgewalt unter gleichzeitiger Wiedereinsetzung der Regierung, wie sie vor der Mediation gewirkt hatte.  Hier fand also im eigentlichen Wortsinne bereits eine "Restauration" statt.  Bezeichnenderweise waren die ehemaligen Untertanengebiete, die erst unter französischem Einfluss als Kantone oktroyiert worden waren, weder beteiligt noch eingeladen, dem Neuen Bund beizutreten.
-
Der Stiftungstext ist abgedruckt bei: Wilhelm Oechsli, Quellenbuch zur Schweizergeschichte, 2. Aufl. Zürich 1901, S. 651 f.
Bern, 27.10.2003
A. Tschentscher